"Ach, wäre fern, was ich liebe!" Zum Motiv des Inzests in by Gina Saiko

By Gina Saiko

Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, be aware: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für deutsche Philologie), sixty five Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, summary: Das natürliche Verhalten des Menschen legt ihm nahe, bevorzugt aus subjektiver Perspektive zu entscheiden, zu handeln und zu urteilen. Die Kunst der Intersubjektivität scheint im Alltagsleben noch realisierbar, stößt aber unmittelbar an ihre Grenzen, wenn es darum geht, außergewöhnliche Phänomene nachzuvollziehen. Es stellt sich schnell die Frage danach, wie und warum ein derart dem eigenen Ich fremdes Verhalten existieren kann. Aufgehellt wird dieses ein Übermaß an sozialer Kompetenz postulierende Verhalten durch die Frage nach Motiven. Denn diese liefern oftmals eine Antwort darauf, used to be uns so unvorstellbar erscheint. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum in der Literatur eine tiefgründige Motivik zu finden ist. Mit Hilfe dieser Handlungsketten und Schemata ist es oftmals möglich, einem literarischen Werk Sinn zu verleihen und die Frage nach der „tieferen Botschaft“ zu klären. Dabei ist eines der wohl beliebtesten reason in der Literatur das Motiv des Inzests, das aufgrund seines ambivalenten Charakters stets von neuem fasziniert.

Dabei bindet sich die Inzestthematik an die unterschiedlichsten Sinnzusammenhänge: Sie ist Zeichen für Dekadenz ebenso wie für Utopie, sie beschreibt sowohl eine grausame Handlung als auch einen Liebesrausch. Und sie ist Ausdruck für Schöpfung wie auch für Destruktion. Inzest stellt sich als eine Thematik dar, die sich gegen Eindeutigkeit sperrt. Diese Uneindeutigkeit der Inzestthematik eröffnet gerade deshalb ein weitläufiges Spektrum, das auch innerfamiliäre Gewalt sowie seelischen und physischen Missbrauch implizieren kann – doch gerade auf literarischer Ebene ist häufig ein durchaus positiv konnotiertes Phänomen gemeint. In welchem Bedeutungszusammenhang das Motiv des Inzests zu setzen ist, in welchen (strukturellen) Kontexten es zutage tritt und welche goal ein Autor bei der Verwendung dieses Motivs verfolgt, soll in der folgenden Arbeit untersucht werden.

Dabei erfolgt die Beschäftigung mit dem Inzestmotiv anhand der Romane "Der Erwählte" (1951) von Thomas Mann und "Der Mann ohne Eigenschaften" (1930-1952) von Robert Musil. Im "Erwählten" wird dabei eine doppelte Inzestkonstellation aufgezeigt. Aus der Verbindung der Zwillinge Wiligis und Sibylla entspringt das type Grigorß, das später eine Beziehung zu seiner Mutter eingehen wird. Im "Mann ohne Eigenschaften" hingegen wird allein das Verhältnis der Geschwister Ulrich und Agathe thematisiert.

Show description

Read Online or Download "Ach, wäre fern, was ich liebe!" Zum Motiv des Inzests in Thomas Manns "Der Erwählte" und Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" (German Edition) PDF

Similar language, linguistics & writing in german books

Über Franz Kafkas Erzählung "In der Strafkolonie" (German Edition)

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, be aware: 1,7, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Erzählen um 1900, Sprache: Deutsch, summary: „In der Strafkolonie“ ist eine im Oktober 1914 entstandene Erzählung des Autors Franz Kafka.

Der Teufel im Bann Gottes: Mephistos Verhältnis zum Herrn in ausgewählten Werken des Fauststoffes (German Edition)

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, observe: 1,6, Universität Augsburg, Sprache: Deutsch, summary: Nachdem in der Faustforschung lange Zeit das Augenmerk nahezu ausschließlich auf dem Titelhelden ruhte, und sein so essentieller Gegenspieler, der Teufel, großenteils unbeachtet blieb, bzw.

Die Bedeutung der Autorerfahrung und der Referentialität in Paul Celans "Engführung" in Abgrenzung zum strukturalen Analyseansatz (German Edition)

Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, observe: 1, zero, Universität Hamburg (Institut für Germanistik II), Veranstaltung: Einführung in das Studium der neueren deutschen Literatur, 7 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, summary: In der examine wird die Bedeutung der Autorerfahrung und der Referentialität in Celans Gedicht „ Engführung " in Abgrenzung zum strukturalen Analyseansatz behandelt.

Lateinische Phraseologie: Begründet von Carl Meissner (German Edition)

Die für die Beherrschung einer fremden Sprache unerlässliche Sprechpraxis muss im Lateinischen durch das Lernen fester Wortverbindungen und Wendungen kompensiert werden. Erst die genaue Kenntnis der Phrasen ermöglicht es dem Studierenden, Übersetzungen und Texte anzufertigen, die dem lateinischen Sprachgebrauch entsprechen.

Additional resources for "Ach, wäre fern, was ich liebe!" Zum Motiv des Inzests in Thomas Manns "Der Erwählte" und Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" (German Edition)

Example text

Download PDF sample

Rated 4.44 of 5 – based on 42 votes